Widerspruch Lebensversicherung

Bereits im Dezember 2013 ebnete der Europäische Gerichtshof den Weg für Versicherungsnehmer um sich – nachträglich – von teils schlecht laufenden Lebens- oder Rentenversicherungen zu lösen, welche nach dem sogenannten Policenmodell abgeschlossen wurden.

Mittlerweile vertritt auch der Bundesgerichtshof die Auffassung, dass ein Widerspruch bei fehlerhafter Belehrung in Versicherungsverträgen auch Jahre nach Vertragsschluss und auch lange nach Kündigung und Auflösung des Vertrages möglich ist. Mit Urteil vom 17. Dezember 2014 wurden zudem bestimmte Verträge, die im Wege des sogenannten Antragsmodells abgeschlossen wurden ebenfalls als widerrufbar erklärt.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Rückabwicklung von Versicherungsverträgen, die im Zeitraum zwischen 1995 und 2007 und dem 1. Januar 1991 und dem 28. Juli 1994 abgeschlossen wurden. Dies unabhängig davon, ob es sich um einen noch laufenden oder bereits gekündigten und vollständig abgewickelten Vertrag handelt.

Voraussetzung für die Rückabwicklung der Versicherungsverträge ist dabei nicht die Kündigung – sondern der Widerspruch. Dieser ist laut BGH uneingeschränkt möglich, wenn der Versicherungsnehmer nicht über seine Rechte, insbesondere die Möglichkeit des Widerspruchs ordnungsgemäß aufgeklärt wurde.

Folge des Widerspruchs ist die Rückabwicklung des Versicherungsvertrages. Hierdurch können Sie – abhängig von Laufzeit und Art des Vertrages – weitaus höhere Auszahlungen erhalten, als bei Kündigung oder Festhalten am Vertrag. Eine Rückabwicklung bedeutet die Rückzahlung der gezahlten Beträge nebst Verzinsung durch den Versicherer. Es besteht somit die Möglichkeit, über die üblichen gezahlten Rückkaufswerte hinaus, weitere Zahlungen von bis zu mehreren tausend Euro vom Versicherer zu erhalten.

In Abzug zu bringen ist lediglich der Prämienanteil für den Todesfallschutz des Versicherten.

Mit den folgenden Beispielen aus der Rechtsprechung möchten wir Ihnen veranschaulichen, welches Einsparpotential Ihnen die Rückabwicklung Ihres Versicherungsvertrages bieten kann:

Beispiel 1: Rückabwicklung einer fondsgebundenen Lebensversicherung

Prämienzahlungen:                 37.119,72 €
zzgl. Nutzungsersatz:              11.496,65 €
abzgl. ausgezahlter Betrag:    30.463,15 €
abzgl. bezahlter Steuern :            337,98 €
abzgl. Risikoanteil:                    1.309,87 €
zu erstattende Summe:          16.505,37 €

(OLG Düsseldorf, Urteil vom 24.03.2016 – I-4 U 99/13, 4 U 99/13)

Beispiel 2: Rückabwicklung einer Rentenversicherung

Prämienzahlungen:                  8.772,44 €
zzgl. Nutzungsersatz:              13.230,25 €
abzgl. Risikoanteil:                       105,87 €
zu erstattende Summe:           21.896,82 €

(OLG Stuttgart, Urteil vom 28.07.2016 – 7 U 80/16)

Aus den von uns bislang geprüften Verträgen zeigt sich ganz deutlich, dass der überwiegende Anteil der verwendeten Belehrungen den gesetzlichen Anforderungen nicht oder nicht vollständig entspricht.

Zwar zeigen sich viele Versicherer – trotz teils sehr eindeutiger Rechtslage – bei der angestrebten Rückabwicklung zwar zunächst hartnäckig, in vielen Fällen ist aber mit positiven Ergebnissen für die Versicherungsnehmer bereits im außergerichtlichen Bereich zu rechen.

Die Haltung der Versicherer zeigt aber eindeutig, dass ohne Hilfe eines spezialisierten Rechtsanwaltes mit entsprechender Kenntnis der aktuellen Rechtsprechung und Marktlage mit einem Einlenken auf Seiten der Versicherer nur selten zu rechnen ist.

Lassen Sie uns Ihren Vertrag nebst Versicherungsschein und Antrag zukommen und wir überprüfen diesen kostenfrei auf die Möglichkeit des Widerspruchs.

Kostenfreie Erstprüfung unter 0551 4956690

Um Ihnen eine Entscheidung für oder gegen eine Mandatierungen ohne großen Aufwand und ohne Vorabkosten zu ermöglichen, bieten wir Ihnen eine garantiert kostenfreie Erstprüfung an.

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